Es war alles andere als unumstritten, als es Gesetz wurde: Das neue Mietrecht sollte mehr Klarheit bringen für Mieter und Vermieter gerade bei Fragen der energetischen Sanierungen oder der Frage nach möglichen Mieterhöhungen. Wir haben ein paar wichtige Eckdaten für Sie zusammengestellt:

Kann der Vermieter alle Sanierungskosten auf die Miete umlegen?

Nein. Hier hat sich wenig geändert. Wie bisher sind es elf Prozent der angefallenen Kosten pro Jahr. Vielfach herrscht die Meinung vor, dass nur bei energetischen Sanierungen eine Umlage erfolgen kann. Das ist falsch, denn auch wenn es um eine effizientere Nutzung der Energie geht, also um den Einbau einer Brennwerttechnik, ist die Umlage erlaubt. Nicht vom Gesetzgeber vorgesehen ist die Weitergabe der Kosten an den Mieter, wenn der Vermieter eine Solaranlage aufs Dach montiert und den Strom ins öffentliche Netz einspeist.

Bleibt die Begrenzung der Mietsteigerung?

Ja und nein. Der Vermieter kann die Miete innerhalb von drei Jahren um maximal 15 Prozent anheben. Der Haken: Die jeweilige Landesregierung muss diese Regelung wegen akuter Wohnungsnot aktivieren. Macht sie das nicht, gelten weiterhin die bekannten 20 Prozent innerhalb von drei Jahren. Ansonsten heißt es wie immer: Maßgeblich sind die Vergleichsmieten.

Was ändert sich bei Kündigung durch Eigenbedarf?

Im neuen Gesetz wird das sogenannte „Münchner Modell“ verboten. Bisher konnte der Besitzer durch die Umwidmung einer Miet- in eine Eigentumswohnung die Kündigungsfrist verkürzen. Jetzt aber ist der Mieter ein bisschen besser abgesichert: er ist für drei Jahre vor einer Kündigung wegen Eigenbedarfs geschützt. Herrscht akute Wohnungsnot in einer bestimmten Region, kann sogar eine 10-Jahres-Frist greifen.

Was versteht man unter „energetischer Sanierung“

Erstmals hat der Gesetzgeber hier Klarheit geschaffen. Alle baulichen Veränderungen, durch die ein Mieter auf Dauer Energie spart, gehören dazu. Also: Wärmedämmung der Fassade bzw. des Daches, eine neue Heizungsanlage oder auch der Einbau neuer Fenster. Übrigens: Während der Umbau- oder Einbauzeit kann der Mieter keine Mietminderung wegen Lärm oder Schmutz auf der Baustelle verlangen – zumindest nicht über einen Zeitraum von drei Monaten.